SAP BusinessObjects Cloud im Fokus

SAP BusinessObjects Cloud (vormals SAP Cloud for Analytics) verkörpert eine neue Generation von Business Intelligence-Systemen als Software-as-a-Service-Angebot auf der SAP HANA Cloud Platform. Es handelt sich zwar noch immer um ein sehr junges Produkt, doch durch das Mietmodell einer cloudbasierten Plattform profitieren die Anwender automatisch von den aktuell noch fast wöchentlichen Aktualisierungen.

Die SAP BO Cloud ist eine Planungs- & Reportinglösung für Business-Enduser mit leichter Bedienbarkeit und kurzer Einarbeitungsphase. Die Business Intelligence-Funktionalitäten – Visualisierung, Storytelling, Datenzusammenführung und -verschmelzung, räumliche Einordnung sowie Geo-Karten – erinnern stark an SAP Lumira. Daher wird an dieser Stelle auf eine ausführliche Darstellung verzichtet. Stattdessen stellen sich die Fragen der Datenquellen-Anbindung und – in direkter Folge – der Datensicherheit. Bis heute sind zwei Szenarien für die Anbindung von Datenquellen vorgesehen: die Datenreplikation in der Cloud und die sogenannte „query on-premise“ ohne Datenreplikation.

Im ersten Szenario werden die Daten aus einem SAP Business Warehouse (BW), einem SAP BusinessObjects Business Intelligence Universe (UNX), einem SAP ERP System oder einem SAP BPC System auf der SAP HANA Platform zwischengespeichert. Für den Kommunikationsaufbau zwischen den Datenquellen und der SAP BO Cloud müssen zusätzliche Komponenten auf der Datenquellen-Seite installiert werden (siehe Abb. 1): der SAP HANA Cloud Connector und der SAP BusinessObjects Cloud Agent. Der SAP BO Cloud Agent ist eine Web-Applikation, die die Requests der SAPBO Cloud interpretiert und an den SAP HANA Cloud Connector weiterleitet. Die Aufgabe des SAP HANA Cloud Connectors ist es, einen sicheren Kommunikationstunnel zwischen den Datenquellen und der SAP HANA Platform aufzubauen. Der Connector besteht aus einem Reverse Proxy mit einem Frontend-GUI für eine feingranulare Sicherheitskonfiguration und ist die empfohlene Vorgehensweise, um eine auf der SAP HANA Platform laufende Applikation mit On-Premise-Systemen zu verbinden. Nachdem die Daten auf der SAP HANA Platform in der Cloud zwischengespeichert sind, kann der Enduser vielfältige Datenanalysen, Datenanreicherungen sowie Planungsanalysen mit Offline-Daten durchführen. Eine wichtige Anmerkung dazu: Mit der eingebauten Scheduling-Funktionalität können bestehende Berichtswesen täglich mit den neuen Daten befüllt werden.

Abb. 1 Datenreplikation in der Cloud

Es ist auch möglich, Daten aus einem Excel-Arbeitsblatt (.xlsx) oder einer Textdatei mit Trennzeichen (.csv or .txt) in die SAP BO Cloud zu laden. Per Drag-and-Drop werden die Dokumente einfach über den Browser hochgeladen.

Einmal abgespeicherte Daten werden innerhalb des SAP HANA Cloud Platform Datacenter verwaltet. Bis jetzt sind etwa fünf Data-Center für die SAP HANA Platform weltweit verfügbar und für hohe Sicherheitsanforderungen ausgelegt. Bei der Konfiguration des SAP HANA Cloud Connectors wird ein Data-Center ausgewählt. Weitere Informationen hierzu finden sich unter www.sapdatacenter.com.

Das Szenario ohne Datenreplikation in der Cloud wird für die Anbindung einer SAP HANA, einer SAP HANA on HEC oder einer SAP HANA Cloud Platform benutzt. In diesem Szenario werden die Daten nicht in die Cloud hochgeladen (Stichwort: Remote Data Access). Wenn der Benutzer einen Bericht in der SAP BO Cloud startet, ruft der Webbrowser einerseits die analytische Definition der Daten und die Metadaten aus der SAP BO Cloud ab. Gleichzeitig wird andererseits eine Datenanfrage an die entfernte Datenquelle geschickt. Im Grunde genommen werden also zwei unterschiedliche Anfragen an zwei unterschiedliche Server rausgeschickt. Ein „Reverse Proxy“ hilft an dieser Stelle dem Webbrowser, die zwei Anfragen zu bearbeiten und das Ergebnis zusammenzuführen (siehe Abb. 2). Hierfür gibt es leider keine vorgefertigte Softwarelösung von SAP, wie der SAP HANA Cloud Connector.

Abb. 2 Query on premise ohne Datenreplikation

Wie eingangs erwähnt führt SAP regelmäßige Aktualisierungen der Software durch. Angekündigt ist beispielsweise die Möglichkeit, auch auf Daten in einem SAP BW ohne Datenreplikation in der Cloud zugreifen zu können. Damit würde die Lösung einen deutlich breiteren Anwenderkreis adressieren können, als bisher. Insgesamt erscheint die SAP BusinessObjects Cloud ein spannender Ansatz zu sein, BI-Systeme als umfassende Software-as-a-Service-Lösung neben den bereits lange verfügbaren und ausgereiften On-Premise-Lösungen anbieten zu können. Auch wenn sie sich aktuell vom Funktionsumfang und Reifegrad noch nicht mit den etablierten On-Premise-Produkten der SAP auf Augenhöhe befindet, ist diese Lösung für bestimmte Anwendungsszenarien bereits jetzt eine interessante Alternative zum Aufbau einer eigenen BI Infrastruktur.

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